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Florian Lahner - Verteidigung mit dem Messer Level 1 PDF
Sunday, 26. April 2009

florian_lahner.jpg Am 25. und 26. April fand in Fürth in der Turnhalle der Friedrich Ebert Schule das Seminar "Verteidigung mit dem Messer" mit Florian Lahner von "LAHNER - Tactical Concpets" statt. Florian Lahner gilt als einer der führenden taktischen Ausbilder Europas und einer der ersten Anti-Terrorism  Officer außerhalb der USA. 

 Schon der Titel des Seminars lässt darauf schließen das es hierbei nicht um reines, klassisches Ju-Jutsu geht. Verteidigung mit dem Messer ist die Devise, so begannen wir von Anfang an uns sofort mit dem anfangs noch etwas ungewohntem Werkzeug anzufreunden. Nach etwas Übung beim 1-4-12 wurden die Schnitte schon präziser und die eigenen Hände wurden auch immer mehr nützlicher anstatt nur im Weg zu sein.

 1-4-12, das war die erste Kombination des Übungsdrills. Anriff 1, Block mit dem Messer, Schnitt. Angreifer und Verteidiger tauschen im Fluss die Rollen. Angiff 4, Block mit dem Arm, Schnitt, Wechsel und sofort Angriff 12 von oben zum Kopf, Block mit dem Messer, Schnitt.

 Bei dem obigen Ablauf wird sehr schnell klar, hier geht es zur Sache. Messerangriff 1 zum Hals ist ein tödlicher Angriff, verhältnissmäßig harmlos, wenn auch äußerst wirksam erscheint hier der Block mit der Klinge gegen den Waffenarm und der Schnitt.

 Florian legte viel Wert darauf das wir bei egal welchem Angriff immer nur Periferie attackieren. Die Schnitte die wir ausführten zielten ausschließlich auf Arme und Beine des Angreifers. Schnitte am Körperstamm sind im zivilen Umfeld zu gefährlich um vorsätzlich darauf zu trainieren. Ohnehin zeigte sich im Training schnell, das vor allem in einer Stress-Situation sehr schnell unbeabsichtigt ein Schnitt zum Hals oder den Körperstamm einfach passiert und man erst hinter feststellt das der letzte Schnitt das Problem jetzt wohl ein für alle Mal aus der Welt geschafft hätte.

 Das Konzept von Florian ist einfach aber effektiv. Er betonte ebenfalls immer wieder, das nur ein einfaches Konzept im Ernstfall bestand hat, da der Stress alle komplizierten Techniken vergessen lässt und nur doch die essenziellen Sachen übrig bleiben, wieso also den ganzen Unfug erst antrainieren, wenn er dann sowieso höchstwarscheinlich nicht abrufbar ist.

 Gegen jeden von 5 möglichen Angriffen gibt es eine Verteidigung und jede dieser Verteidigungen funktioniert auch gegen alle Angriffe auf der jeweiligen Seite. Das heißt das die Verteidigung gegen Angriff 1 genau so gut gegen Angriff 1, 12, 3 und 5 funktioniert, wenn auch nicht optimal da es zumindest für den Angriff 3 und 12 noch einen bessere Wege geben würde. Angriff 5 wird ohnehin entweder als 1, 2 oder 3 bzw. 4 behandelt, abhängig davon auf welcher Höhe der Angriff erfolgt.

 Ebenso haben wir den Trainingsdrill auf unterschiedlichen Höhen trainiert. So wurde im Stand geübt, sowie auf den Knien gegen einen Angreifer im Stand, sitzend gegen einen stehenden Angreifer und sogar liegend gegen einen stehenden Angreifer. Besonderer Bedeutung widmete Florian der Situation wenn mehrere unbewaffnete Angreifer einen am Boden liegenden Verteidiger attackieren. Hierbei hält Florian das Messer zur Verteidigung gegen unbewaffnete Angreifer als durchaus angemessen um Schaden am eigenen Leib abzuwehren.

 Zum Schluss wies uns Florian noch auf die rechtliche Situation im momentan gültigen Waffenrecht zum Thema Messer hin. Zu Führen erlaubt ist offiziell nur ein feststehendes Messer mit einer Klingenlänge von nicht länger als 12cm. Das aber auch ein solches Messer, genau wie jedes andere auch durchaus eine extrem tödliche Waffe sein kann, hat wohl jeder als Erfahrung von dem Seminar mit nach Hause nehmen können. Deshalb gilt auch für geübte Messerkämpfer, wenn eine Flucht möglich ist, ist diese immer zu bevorzugen, wenn diese nicht mehr möglich ist dann hilft vielleicht der Griff zum geübten Werkzeug und die 1-4-12.

vielen Dank für das schöne Training in lockerer Atmosphäre und wir sehen uns zum Level 2 im Mai.

Jürgen Albersdorfer, Team Bushido

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