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Defensive Baton Seminar in Fürth PDF
Tuesday, 29. September 2009
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Am Wochenende (26. und 27.09.2009) waren diesmal schon zwei Ju-Jutsuka vom Team-Bushido in Fürth beim Florian Lahner um dort mehr über die Selbstverteidigung mit dem Stock bzw. über Stocktechniken allgemein zu lernen.
 
Um die Kommunikation zu vereinfachen wurden am Samstag zuallererst 12 Schlagwinkel definiert. Die Winkel 1 bis 5 gleichen denen die wir aus dem Ju-Jutsu schon kannten, das war also soweit noch nichts neues bis die anderen Schnitte und Stiche definiert wurden. Die Winkel 6 und 7 beschreiben Stiche zum Oberkörper aus der Vor- und Rückhand, 8 und 9 sind die Schnitte diagonal von unten nach oben zu den Knien oder Oberschenkeln, 10 und 11 als Vor- und Rückhändige Stiche zum Kopf und die 12 als gerader Schlag von oben zum Kopf. Die Definitionen stammen aus dem Modular Concept und ähneln deshalb stark denen von den Modular Knife Seminaren. Nach kurzer Einübungsphase wurden die Definitionen in allen Technik Erklärungen verwendet.


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Da mit einem Stock prinzipiell aufgrund seiner Beschaffenheit nur perkussive Wirkung erzielt werden kann und die Wirkungskraft proportional mit der Auftreffgeschwindigkeit steigt ist es wichtig vor allem schnell zu schlagen und dann noch möglichst mit dem äußersten und damit schnellsten Teil des Stocks das Ziel zu treffen. Genug des Wissenschaftlichen, kurz gesagt haben geübt richtig Wumms in unsere Schläge zu bekommen. Wieviel Kraft in einem Schlag stecken kann hat man an zahlreichen aus den Händen des Partners geschlagenen Stöcken sehen können.
 
Am einfachsten zu verstehen sind Begriffe immer dann wenn sie selbsterklärend sind. So in etwa wie die folgenden Block Techniken mit dem Stock die uns der Florian gezeigt hat um die Schläge zu kontern. Beim Reinforced-Block wird wie der Name schon sagt der Block mit dem Stock durch die zweite Hand unterstützt um den Schlag zu stoppen.
 
Gegen Schläge senkrecht von oben #12 gibt es eine spezielle Version eines Reinforced-Blocks nach oben, den Umbrella Block. Dabei wird nach dem Block ein Abanico (Schlag bzw. Fächerbewegung aus dem Handgelenk) zum Kopf geschlagen. Die Wucht mit der der Abanico ankommt steigt mit der Wucht des ursprünglichen Angriffs da dieser maßgeblich zur Beschleunigung der Fächerbewegung beiträgt.

Eine weitere Version der Blöcke ist der Cut-Block. Dabei wird mit der Waffe geblockt aber nicht wie beim Reinforced-Block stehen gelassen, sondern durchgezogen und mit der zweiten Hand getrapped. Eine werte Eigenschaft hierbei ist das sofort ein Konter geschlagen werden kann, jedoch der Block bei weitem nicht so stabil und schnell ist wie der Reinforced-Block.

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Zum Abschluss des ersten Tages haben wir noch eine Single Sinawali Kombination eingeübt. Die Strikes dafür waren #1 diagonal abwärts von offen nach geschlossen, #8 diagonal aufwärts von geschlossen nach offen, #2 diagonal abwärts von offen nach geschlossen, #9 diagonal aufwärts von geschlossen nach offen. Die Sinawali Flows sollen das grundsätzliche Prinzip der Open-Close Close-Open Bewegung sowie Koordination im Raum und die Fuß- und Beinarbeit schulen. Damit war dann der Kopf für den ersten Tag erschöpft. 

Am Sonntag begann der Florian genau damit womit wir am Vortag aufgehört haben, dem Single Sinawali um wieder etwas warm zu werden. Damit es nicht zu langweilig wird für unsere größtenteils ausgeschlafenen Köpfe haben wir jedoch sehr schnell den Doppel Sinawali, also mit zwei Stöcken abwechselnd in die Aufwärmübungen aufgenommen. Die Kombination 1, 8, 2, 9 hat sich zwar noch nicht geändert wurde aber anspruchsvoller da jetzt einmal die rechte und dann die linke jeweils einen Halbkreis abdeckt und man den Einsatz der entsprechenden Seite nach belieben während des Drills variieren kann da es dann halt einfach einmal Foreward- und dann Reverse geschlagen wird. Zudem haben wir später in den Flow noch eine Unterbrechung in Form eines Stichs zum Kopf eingebaut der mittels brush-trap-strike Prinzip wieder in den Flow eingearbeitet wurde wobei sich jedoch ein Seitenwechsel von Forward nach Reverse ergab und die andere Hand eine Runde aussetzen musste.

Für das Ju-Jutsu sind jedoch vor allem Nicht-Schlagende Techniken mit dem Stock von Interesse, doch auch hierfür war etwas dabei. Der Florian zeigte diverse Hebel und einfache Takedowns oder Würfe mit dem Stock. Bei den meisten der gelernten Techniken wirkt der Stock vor allem durch seine harte Beschaffenheit auf Knochen bzw. Muskelpartien. Die Würfe basierten auf den philippinischen Dumog Techniken.

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Zum Abschluss haben wir noch ausprobiert wie die Situation Messer gegen Stock wohl enden würde, da gerne gedacht wird das der Reichweitenvorteil des Stocks schon genügt um einen Messer Angreifer auf Distanz zu halten bzw. das ein Schlag auf die Waffenhand den Angreifer sowieso entwaffnen würde. Unser Ergebnis war das es gar nicht so wahrscheinlich ist die Messerhand überhaupt zu treffen und zudem noch spätestens nach dem zweiten Fehlschlag auch noch der Reichweitenvorteil dahin ist wenn man nicht darauf achtet zwischen den Schlägen den Gegner mit einem Floretstich auf Distanz zu halten. Auch beim anschließenden Stock-Sparring wurde, wie bereits bei den Messer-Seminaren, klar dass ein Verteidiger nur dann einen Vorteil durch die Waffen erlangt, wenn er primär strikt defensiv, also kompakt bleibt und nur die Angriffe abwehrt anstatt selbst anzugreifen.

Für uns beide, den Markus und mich, doch sehr wahrscheinlich auch für alle anderen Teilnehmer hat sich das Seminar auf jeden Fall gelohnt und es hat zudem richtig viel Spass gemacht etwas über den Tellerrand zu blicken.

Jürgen Albersdorfer
Team-Bushido, Weiden

 
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