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Etikette PDF
Tuesday, 4. March 2008

Etikette des Ju-Jutsu Verband Bayern 

 

Etikette 

 

Grundsätze 

Höflichkeit, Demut und Respekt sind die Grundlage der 

Etikette und werden durch den Gruß (Rei) symbolisiert. Die 

Etikette ist im Ju-Jutsu nicht nur eine äußere Form, sondern 

eine innere Haltung und damit schließlich der Weg zur 

inneren Ruhe und Ausgeglichenheit. 

Die Werte des Budo und damit des Ju-Jutsu liegen neben 

dem Erlernen einer Vielzahl von Techniken auch in der strengen Etikette dieser 

Sportart begründet. Nur wenn Technik und Grundsätze der Etikette von der 

Gemeinschaft eines Dojos mit Leben erfüllt werden, können die Schüler des Ju-Jutsu 

den eigentlichen und wahren Wert des Budo erkennen. Es ist die Aufgabe und 

Pflicht, im besonderen der hohen Danträger, dafür zu sorgen, dass auch in einem der 

heutigen Zeit angepassten, modernen Ju-Jutsu der wertvolle Geist des traditionellen 

Budo erhalten bleibt.  

 

 

 

Kleiderordnung  

Der Ju-Jutsuka trägt einen sauberen Anzug (Gi). 

Bei Prüfungen wird stets ein weißer Gi getragen, auf Lehrgängen und im 

Wettkampf ist auch ein blauer Gi möglich, im Training ist ein weißer, 

schwarzer und  blauer Gi erlaubt. 

Mädchen und Frauen tragen ein T-Shirt oder Sporttop unter dem Gi. 

Der Gürtel ist korrekt gebunden und die Farbe entspricht dem Stand der 

abgelegten Prüfung. 

 

 

Körperhygiene 

Der Ju-Jutsuka ist stets gepflegt; er hat geschnittene Zehen- und Fingernägel. 

Schmuck, Uhren etc. dürfen nicht getragen werden, nicht abnehmbarer 

Schmuck ist mit Tape abzudecken (Verletzungsrisiko!). 

Der Ju-Jutsuka trägt außerhalb der Matte oder des Dojo aus Hygienegründen 

immer Schuhe(Tabis, Sandalen oder Badeschuhe). 

 

 

Betreten des Dojo oder der Matte 

Die Schuhe werden mit der Ferse zur Matte abgestellt, die Matten nie mit 

Schuhen betreten. 

Vor dem Betreten der Matte oder des Dojo verneigt man sich wobei der Blick 

zum Boden abgesenkt wird: hierdurch drückt man dem Ort des Lernens 

Respekt aus und ordnet sich den Regeln und der Etikette des Dojo unter. Alle 

Gedanken und Probleme des Alltags bleiben zurück. 

Die Matte wird zuerst mit dem linken Fuß betreten (Achtsamkeit). 

Angrüßen vor und nach dem Training 

Aufstellung: aus Sicht des Lehrers stehen die hohen Graduierungen links, die 

niedrigen rechts, unterstützende Lehrer stehen links vom Hauptlehrer. 

Seiza: abknien zuerst mit dem linken Bein, dann mit dem rechten, Zehen sind 

aufgestellt und werden erst vor dem Absitzen abgelegt, die Hände liegen auf 

den Oberschenkeln oder werden wie in der klassischen Zen- 

Meditationshaltung ineinander gelegt. 

Mokuzo: der Ju-Jutsuka verharrt in völliger Bewegungslosigkeit und versucht 

seine Gedanken abzuschneiden. Dies geschieht entweder durch Konzentration 

auf den Atem oder das Zählen der Atemzüge. 

(Mokuzo-)Jame: die Meditation wird aufgelöst und die Hände werden aus 

der Meditationsstellung auf die Oberschenkel gelegt. 

Rei: Lehrer und Schüler verneigen sich zueinander, die Hände werden im 

Dreieck auf die Matte gelegt und leicht mit der Stirn berührt, dies schließt den 

individuellen in sich selbst gerichteten Prozess ab. 

Aufstehen: zuerst erhebt sich der Lehrer, dann die Schüler: Aufrichten in den 

Kniestand, Zehen aufstellen, mit Drehung rechts aufstehen. 

Rei: Lehrer und Schüler verneigen sich zueinander, die Hände werden auf die 

Oberschenkel gelegt, die Beine sind geschlossen. 

Kommandos: werden vom Lehrer oder dem ranghöchsten Schüler erteilt. 

Trainingsbeginn 

 

 

 

Verneigen zum Lehrer (Meister oder Sensei): „Sensei ni rei“ 

Augen werden abgesenkt (Hintergrund: vom Lehrer geht niemals eine Gefahr 

aus). 

Die Hände werden auf die Oberschenkel gelegt. 

Das Verneigen geschieht in respektvoller Achtung. 

 

 

 

Verneigen zum Partner  „Otogai ni rei“ 

Blickkontakt wird aufrechterhalten (Hintergrund: der Partner ist imaginärer 

Gegner). 

Die Hände werden auf die Oberschenkel gelegt.  

Das Verneigen soll Respekt und Achtung vor dem Partner zum Ausdruck 

bringen. 

 

 

Verhalten auf der Matte 

Der Ju-Jutsuka trainiert immer ruhig, konzentriert, respektvoll und achtsam. 

Eine ordentliche Haltung (Stand, Fersensitz oder Schneidersitz) auf der Matte 

ist selbstverständlich. 

Höher Graduierte sind stets für niedriger Graduierte verantwortlich. 

Die Sicherheit und Unversehrtheit des Partners hat stets Vorrang. 

Bei Würfen ist auf Sicherung des zu Werfenden aber auch auf Eigensicherung 

zu achten. 

Bei Hebeln und Würgern ist rechtzeitig abzuschlagen. 

Die Trainingspartner und Wettkampfgegner werden mit Respekt behandelt. Es 

wird stets fair trainiert oder gekämpft ohne unsportliche Techniken oder 

Hintergedanken. 

Der Ju-Jutsuka wahrt immer seine Selbstbeherrschung. Er tritt bescheiden auf 

und ist durch sein Verhalten für andere ein Vorbild. 

Während dem Training sind Gespräche zu unterlassen. Um sich zu 

verständigen genügen leise und kurze Erklärungen. 

Muss der Ju-Jutsuka die Matte oder das Dojo verlassen, so hat er sich stets 

beim jeweiligen Lehrer abzumelden. 

Erklärungen werden durch dreimaliges in die Hände klatschen des Lehrers 

angekündigt. Die Schüler sammeln sich ruhig und unverzüglich im Halbkreis 

um den Lehrer.  

Vor und nach Trainings- oder Lehrgangspausen nehmen Lehrer und Schüler 

Aufstellung zueinander ein und grüßen im Stand mit Rei. 

 

 

 

Verhalten in der Gürtelprüfung 

Der Ju-Jutsuka erscheint pünktlich und mit allen nötigen Unterlagen am 

Prüfungsort. 

Der Prüfling steht aus der Sicht des Prüfers immer rechts vom Prüfer, sein 

Partner links. 

Prüfling und Partner verneigen sich zum Zeichen des Respekts zueinander vor 

und nach jedem Prüfungsabschnitt oder bei jedem Partnerwechsel. Ein 

Verneigen zum Prüfer erfolgt nur am Anfang und am Ende der Prüfung. 

Alle Prüfungsteilnehmer verhalten sich ruhig und konzentriert, sie sind stets 

bereit als Prüfling oder Partner zur Verfügung zu stehen.  

Weisungen der Prüfungskommission sowie das Prüfungsergebnis werden vom 

Prüfling ohne Diskussion akzeptiert. 

 

 

 

Verlassen der Matte oder des Dojo 

Das Dojo wird stets nur in sauberem und aufgeräumtem Zustand verlassen. 

Vor dem Verlassen verneigt man sich in Richtung der Mattenfläche, der Blick 

ist zum Boden gerichtet, Hände liegen auf den  Oberschenkeln. 

Die Matte wird zuerst mit dem rechten Fuß verlassen. 

 

 

 

 

Loyalität gegenüber Meister, Dojo, Trainingskollegen, Verein und Verband 

 

 

 

Verfasser:   

Dieter Meyer (6. Dan), Gerd Enders (6. Dan), Peter Dendl (5. Dan), Josef Schörner (2. Dan) 

 

 
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