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Bayernseminar 2008 - Ein Erfahrungsbericht PDF
Sunday, 12. October 2008
Sonntag
Nach der Ankunft um 15:30 Uhr haben wir, Josef, Alex, Tina, Andreas und ich, erst mal Ordnungsgemäß eingecheckt und unseren blauen Gi in Empfang genommen. Mit den ganzen Krempel gings dann auf zu den Zimmern. Der Andreas und ich sind im hintersten Eck einquartiert, für Weiden üblich war der Kommentar von denen die schon öfter da waren. Um vier wurde dann zum Mattenaufbau geblasen. Nach über zwei Stunden waren alle drei Hallen bezugsfertig. Pünktlich um 18 Uhr gab‘s Abendessen, Hüftsteak oder Rippchen mit Bratkartoffeln oder Gnocci mit Tomatensoße stand zur Auswahl. Geschmacklich dürfte beides ganz okay gewesen sein.
Die erste Trainingseinheit um 19:45 Uhr

wurde natürlich auch gleich mitgenommen. Alex und Andreas haben sich beim „Gemütlichen am Boden“ nicht ausgeruht, Julia und ich haben uns bei der Einheit „Jugendgerechtes Training“ vom Matze Inspirationen fürs Kindertraining geholt. Dabei hat sich der Matze verschiedene Situationen vorgenommen, die im Training mit Kindern immer wieder auftreten. Wie geht der Kesa-Gatame, was ist die T-Position, wie erklärt man die Rollen am besten, um nur ein paar Themen zu nennen.
Danach ging‘s erst mal unter die Dusche, und was noch kommt wird sich zeigen, um 22 Uhr im Gemeinschaftsraum.

Montag

07:00 Uhr, der Wecker klingelt. Wir beschließen noch mindestens 10 minuten liegen zu bleiben. 07:30 Frühstück. Tirschenreuth und Weiden sitzen schon beim futtern. Die Auswahl am Buffet ist reichlich und abwechslungsreich. In 15 Minuten geht‘s in die erste Einheit des Tages, Yawara Jutsu, Koryu-Ju-Justsu mit Waldemar Pschemus - ich bin gespannt.
Nach kurzem, traditionellen Aufwärmen führte uns Waldemar in die traditionellen Gesichtspunkte des Ju-Jutsu ein. Das es darum geht den Schlüssel zur Technik zu finden. Jede Technik braucht einen Eingang damit sie funktioniert. Beim Wurf kann das der Zug beim Gleichgewicht brechen sein, bei den Hebeln kann es sinnvoll sein den Angriff des Gegners zu stören bevor man in die Technik geht. Dabei betonte Waldemar immer wieder das die Verbindung der Extremitäten zum Kopf als „Hauptcomputer“ unterbrochen werden muss. Das kann bei einem festen Griff ein Griff zu einem Nervenstrang in der Bizeps-Gegend sein, oder ein kontrollierter Schlag auf einen Rezeptor zwischen dem Auge und Ohr um eine Gleichgewichtsstörung hervorzurufen.
Zur „Halbzeit“ gönnte Waldemar uns eine kurze Pause bevor es mit Techniken am Boden weiter ging. Ein Orange und ein Braungurt durften versuchen sich aus einem Kesa Gatame von Thomas Freitag zu befreien - vergebens, versteht sich. Doch Waldemar kam darauf zu sprechen das man auch diese Technik noch verbessern könnte indem man z.B. seinen Ellenbogen zwischen auf der Brust des Partners ansetzt und leicht Kraft in Richtung des „Zentrums“ ausübt - wer das mal probiert hat, weis wie sich das anfühlt und was die übliche Reaktion daraufhin ist.
Pünktlich zum Mittag war die Einheit beendet. Zum Essen gab‘s Fleischspieße mit Reis, oder Kartoffel-Käse Taschen mit Gemüse, dazu Salat vom Buffet.
Um 13:45 ist Fototermin, bis dahin ist noch etwas Zeit, die ich wohl nutzen werde um mal die Füße hoch zu legen. Danach gibt‘s den „Handlungs-komp-flex“ mit Alex und Josef - ich stell mich darauf ein, diesmal Schwitzen zu müssen...
Die Einheit von Alex und Josef war, wie nicht anders zu erwarten, hervorragend gemeistert. Ein Großteil der Teilnehmer waren zwar relativ erschöpft vom verhältnismäßig doch eher intensiven Wurftraining, aber dennoch positiv überzeugt. Eine besondere Ehre erwiesen den beiden sogar einige Prominenz. Wolfgang Heindl, Weltmeister Ju-Jutsu Fighting und Deutschland-Kadertrainer Thomas Freitag haben mit den anderen 40 Teilnehmer die Chance ergriffen eventuell doch noch den ein oder anderen Tip zu erkennen.
Im Anschluss haben wir uns das Thema „Einfache aber effektive SV“ mit Pfingstl und Hans Sperl angeschaut. Nach intensiven und Fußatemilastigen Aufwärmen wurde hauptsächlich die Theorie Selbstverteidigung vermittelt, verschiedene Eskalationsstufen behandelt und Verhältnismäßigkeit geschult und trainiert. Natürlich durfte die obligatorische Messereinheit vom Hans nicht fehlen.
Eigentlich wollte ich mir noch die Einheit „Übergang in den Infight“ anschauen, doch da der Hans mehr als 15 Minuten überzogen hat, und das Abendessen auch nicht zügig genug über die Bühne ging - und ich auch schon ziemlich fertig war zu der Zeit, haben wir, der Andreas und ich, den Flex lieber vom Mattenrand bei seiner Luftakrobatik mitm Hias beobachtet. Ein teilweise historischer Anblick - dieses „David vs. Goliath“ - gell Flex ;-)

Dienstag

Los geht's mit einer Einheit vom Joe, Vielfältigkeit Wurf soll das Thema sein. Joe und Sven haben sich den Beinsteller als Wurf ausgesucht. Die ganze Einheit über wurde der Beinsteller trainiert, und zwar aus tausend verschiedenen Angriffen. Viele Krisen, eine Technik - der Titel der Einheit war somit passender den je. Alles leichte zuerst, ein einfacher Beinsteller, ohne Angriff zu Beginn, einen Beinsteller als Abschluss gegen einen Fersendrehschlag als Krönung.
Relativ erschöpft habe ich meinen Plan, die große Außensichel mit Heinz Prizl mitzumachen erst einmal gestrichen und bin unmittelbar zu Plan B übergegangen, den zweiten Teil der „Viele Krisen - eine Technik“ Hebel. Die Einheit gestaltete sich ähnlich wie die vorherige und behandelte den Handbeugehebel in allen Variationen. Zum lockeren warm werden, einen Handbeugehebel gegen Griff ins Revers, zum Abschluss einen Handbeugehebel gegen einen kombinierten Angriff aus Fußstoß und Schwinger zum Kopf.
Nach der Mittagspause freute ich mich schon, noch unvoreingenommen, auf die Einheit „Koordination mit dem Stock“ - Nach einiger Zeit jedoch konnte ich die Kombination aus Angriff 1-8-2-7 nicht mehr sehen.
Die Einheit vor dem Abendessen hab ich mangels Koordinationsvermögen, das ich alles in der vorherigen Einheit verbraucht habe, ausgesetzt. Das Thema Weiterführung Würfe mit Willi Warmuth und Klaus Polaschek wäre jedoch trotzdem relativ Interessant gewesen. Wie‘s genau war müsste ich den Josef erst noch fragen.
Joe und Messer - eine giftige Mischung. Dieses Training wollte ich mir nicht entgehen lassen, und es hat sich wieder einmal gelohnt. Die beiden Referenten Klaus Polaschek und Joe Zach gingen regelrecht in der Vermittlung der Technik und der Darstellung der Fehler auf. Wurden die Kombinationen dann doch mal etwas komplizierter, gab‘s sogar die ein oder andere doch relativ Imposante Zeitraffereinstellung von Joe und Klaus.
So, jetzt geht‘s erst mal in die Sauna, ich bin erschöpft, die Oberschenkel brennen, ich hoffe es legt sich wieder einigermaßen, bis zum nächsten Tag.

Mittwoch

09:00 Uhr, Judo Spezialitäten mit Adolf Bindl stehen auf dem Programm. Zum Aufwärmen haben wir gleich mit dem Atomspiel - unter verschärften Bedingungen - begonnen. So ergaben sich Situationen wie sieben Partner, drei Füße und zwei Hände durften den Boden berühren. Weiter ging‘s auch gleich mit dem ersten Wurf, oder aus Ju-Jutsu Sicht, Ausheber aus den unmöglichsten Positionen. Diesen Wurf haben wir im weiteren Verlauf auch noch verhindert und weitergeführt.
Im zweiten Part der vierstündigen Trainingseinheit gab‘s dann noch ein paar Umdreher die in einen Würger oder Seitstreckhebel geführt wurden.
Ich habe die Zeit genutzt und mir „Gegentechniken“ anzusehen. Im ersten Teil der Einheit haben wir uns auf den Kipphandhebel fixiert und darauf wie man den verhindert. Dazu haben wir uns erst einmal darauf konzentriert den Kipphandhebel wiederum in einen Kipphandhebel zu führen um einen Flow entstehen zu lassen. Als das einigermaßen funktioniert hat, haben wir den Hebel dann wirklich verhindert und ihn dazu in einen Arm- oder Körperstrecker überführt. Im zweiten Part der Einheit ging es um Gegentechniken beim Wurf nach vorne. Als Basis diente der Hüftwurf welcher durch Blockieren oder Aussteigen verhindert und mit einem Talfallzug oder Seitenriss beendet wurde. Für einen Wurf nach hinten diente die große Außensichel als Basis, welche durch aussteigen verhindert und ebenfalls mit einem Seitenriss beendet werden konnte.
14:00 Uhr, Brasilian Jiu-Jitsu mit Wolfi war das nächste Thema. Viel Boden, viel Außergewöhnliches, viel Koordination - schon beim Aufwärmen. In der ersten Hälfte zeigte uns Wolfi wie wir den Gegner möglichst effektiv belasten können und wo der entsprechende Griff dafür zu suchen ist. Nach kurzer Einübungszeit wurde diese Haltetechnik dann abgewehrt und im weiteren dann auch wieder eingenommen indem über den Gegner gesprungen und die selbe Haltetechnik wieder eingenommen wurde. Des weiteren haben wir auch noch ein paar Würger mit der Kleidung gemacht. Im zweiten Part war der Verteidiger in der Bodenlage. Die gezeigten Techniken waren relativ komplex und sind hier jetzt schwer zu beschreiben.
Bei der nächsten Einheit war das Team Bushido breit gestreut. Ich habe mir „Auch Raufen will gelernt sein - ein methodischer Weg zum Rangeln“ mit Rosi Erhardt mitgemacht. Darin wurde hauptsächlich vermittelt wie man Kinder ans Rangeln heranführen und Berührungsängste abbauen kann. Der Andreas hat derweilen „Atemitechnik unter medizinischen Gesichtspunkten“ mitgemacht und der Flex war beim Heinz in der „Passiven Bodenarbeit“.
Zum Abschluss des Tages habe ich mir dann noch „Weiterführung Hebel“ mit Joe und Kurt gegeben. Als Basis für die Weiterführung diente der Kipphandhebel der auf verschiedenste Weisen weitergeführt wurde.

Donnerstag

Unser Aikido Lehrer verspätete sich gleich mal um eine Stunde weil er noch beim Arzt war. In der Zwischenzeit hat Klaus Röhler das Training derweil übernommen und uns zum Aufwärmen schon mal die ein und andere Bewegung erklärt. Das Ju-Jutsuka etwas bewegungsfauler sind als Aikika war schnell ersichtlich. Um kurz nach zehn kam unser Lehrer Hiromichi Nagano dann doch noch. Er hat uns zuerst einmal verdeutlicht wie weit, oder nicht weit man sich bewegen muss um einem Fauststoß oder Fußtritt ausweichen zu können. Daraufhin haben wir den Fauststoß dann aufgenommen und in die typische Ausweichbewegung zum Kipphandhebel geführt. Später haben wir diese Technik dann mit der Abwehr eines Handkantenschlags zum Kopf kombiniert und den Kipphandhebel am Boden um eine Haltetechnik mit Aufstehen und Abführen erweitert.
Die 14 Uhr Einheit lasse ich heute zwecks inzwischen relativ deutlicher Abnutzungserscheinungen meiner Fußsohlen ausfallen. Zum Abschluss des Tages und des Seminars möchte ich noch eine Einführung in die traditionellen Katas mit Alexander Ecker mitmachen.
Die Kata-Stunde hat sich für mich gelohnt weil ich, wie die meisten der Teilnehmer überhaupt keine Ahnung hatte wie das alles denn bei so einer „Kata“ abläuft. Alexander hat in der begrenzten Zeit einen guten Überblick über das Thema verschafft und ist auch teilweise etwas tiefer in die Goshin-Jutsu-no-Kata eingegangen.
Nach dem offiziellen Teil des Gala-Abends habe ich beschlossen relativ früh schlafen zu gehen, da ich am Freitag zeitig aufbrechen will um nicht im Freitagstau stecken zu müssen.

Freitag

Wir sind gegen 08:00 Uhr aufgestanden, haben noch gut gefrühstückt und sind dann gegen 09:00 Uhr aufgebrochen. Der Josef, Caro und Tina sind noch etwas länger geblieben, der Alex ist offensichtlich schon noch früher aufgebrochen. Wir sind auf der Autobahn gut durch gekommen und ich war, nachdem ich Andreas zuhause abgesetzt hab, auch noch Vormittags zuhause.

 

Jürgen Albersdorfer, Team Bushido

 
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