Mit der Pilotveranstaltung „Gewaltkompetenz für Männer – deeskalieren, klare Haltung zeigen“

am 4. und 5. Juli in Landshut hat der Ju-Jutsu-Verband Bayern einen wichtigen Schritt in der Weiterentwicklung seiner Gewaltpräventionsarbeit gemacht. Die Veranstaltung war jedoch weit mehr als eine klassische Fortbildung – sie bildete den Auftakt eines gemeinsamen Entwicklungsprozesses.

Unter der Leitung der Referenten Alexander Kraus, Thomas Frühling und Dr. Veronika Kollmann beschäftigten sich die Teilnehmenden mit den Gewaltrealitäten von Jungen und Männern, Deeskalation, Selbstbehauptung, rechtlichen Fragestellungen sowie praxisnahen Handlungsmöglichkeiten. Schnell wurde deutlich: Gewaltkompetenz bedeutet weit mehr als Selbstverteidigung. Im Mittelpunkt stehen das frühzeitige Erkennen von Konflikten, verantwortungsvolles Handeln und die Fähigkeit, Eskalationen möglichst zu vermeiden.

Bemerkenswert war die Zusammensetzung der Teilnehmergruppe. Fast ausschließlich erfahrene Kursleiterinnen und Kursleiter aus den Programmen „FrauenSelbstSicherheit“ und „Nicht mit mir!“ waren nach Landshut gekommen. Sie brachten nicht nur ihre langjährige Erfahrung ein, sondern verstanden sich von Beginn an als Mitgestalterinnen und Mitgestalter eines neuen Konzepts.

Genau darin liegt eine besondere Stärke des Ju-Jutsu-Verbandes Bayern: Neue Ideen entstehen nicht hinter verschlossenen Türen, um anschließend „von oben“ vorgestellt zu werden. Stattdessen werden sie gemeinsam mit den Menschen entwickelt, die später mit ihnen arbeiten. Während der gesamten Fortbildung wurde intensiv diskutiert, ausprobiert, hinterfragt und weiterentwickelt. Die zahlreichen Rückmeldungen waren fachlich fundiert, konstruktiv und zeigten das große Interesse an einer qualitativ hochwertigen Weiterentwicklung der Präventionsarbeit.

Neben der intensiven fachlichen Arbeit kam auch der persönliche Austausch nicht zu kurz. Die offene Atmosphäre machte deutlich, wie viel Potenzial in der Zusammenarbeit engagierter Kursleiterinnen und Kursleiter steckt. Die Bereitschaft, Erfahrungen einzubringen, voneinander zu lernen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln, prägte das gesamte Wochenende.

Die Pilotveranstaltung hat damit gezeigt, dass die Entwicklung eines neuen Präventionsangebots nicht nur von fachlicher Expertise lebt, sondern vor allem vom gemeinsamen Engagement der Menschen, die dieses Angebot künftig mit Leben füllen werden.

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