29.11.2025, Diespeck
Der Lehrgang stand ganz im Zeichen der freien Anwendungsformen des Ju-Jutsu und des Allkampfs. Geleitet wurde das Training von Frank Witte, einem hochgraduierten Trainer mit jahrzehntelanger Erfahrung im Kampfsport, sowohl im Breitensport als auch im polizeilichen Bereich. Seine Schwerpunkte liegen im schwedischen Kampjutsu, Ju-Jutsu Allkampf und in der realistischen Selbstverteidigung – entsprechend praxisnah, dynamisch und direkt war der gesamte Lehrgang aufgebaut.
Finten und Täuschungen als Schwerpunkt
Der erste Teil des Trainings widmete sich intensiv dem Arbeiten mit Finten. Frank vermittelte, wie man durch gezielte Handbewegungen, Fußstellungen und Körperausrichtung wirksam antäuscht, ohne dem Gegner Hinweise auf die folgende Technik zu geben. Die Bewegungen wurden zunächst einzeln trainiert und später zu komplexen Kombinationen verbunden, sodass realistische, unberechenbare Finten entstanden – ein zentrales Element im Allkampf.
Würfe aus der Bewegung
Im zweiten Abschnitt standen Würfe nach vorne im Fokus, ausgeführt aus verschiedenen Bewegungsrichtungen. Frank betonte dabei immer wieder die grundlegenden Prinzipien:
- den Gegner aufziehen, um sein Gleichgewicht zu brechen
- die aufrechte Körperhaltung wahren
- den Wurf aus der Dynamik des Kampfes heraus einsetzen
Diese Wurfvarianten waren weniger formell als im klassischen Ju-Jutsu, dafür klar allkampftauglich – robust, effektiv und anwendungsorientiert.
Bodenkampf, Hebel und Befreiungen
Ein weiterer Teil des Lehrgangs behandelte Hebeltechniken am Boden. Im Mittelpunkt standen Befreiungen aus schwierigen Positionen wie der Full Guard und der Mount-Position.
Hier zeigte sich erneut Franks Schwerpunkt auf realitätsnahe Selbstverteidigung und kontrollierte, aber effektive Technikausführung.
Sparring und Anwendungsphasen
Immer wieder wurden kurze Sparringsequenzen eingebaut, um die Techniken direkt unter Druck zu testen. Zum Abschluss hatten alle Teilnehmenden die Möglichkeit, noch einmal 20 Minuten Sparring im Käfig oder auf der Matte zu absolvieren – für alle, die noch Energie hatten und ihr Können vertiefen wollten.
Allkampf: Dynamik statt Statik
Frank betonte immer wieder, dass Allkampf stärker an der Selbstverteidigung orientiert ist als das klassische Ju-Jutsu. Während im Ju-Jutsu manche Abläufe aus der Statik entstehen, lebt Allkampf von Bewegung, Anpassung und dem realistischen Fluss eines Kampfes. Genau diese Dynamik spiegelte sich im gesamten Lehrgang wider.


