Tradition

Bushido, heißt wörtlich übersetzt "Weg des Kriegers".
Dieser Begriff war ein Ehrenkodex der Samurai aus dem 17. Jahrhundert und steht unter anderem für Gerechtigkeit und Ehrenhaftigkeit,
Mut und Verachtung des Todes, Mitleid mit allen Wesen, Höflichkeit und Respekt, Aufrichtigkeit
.

In der heutigen Zeit sind viele dieser Tugenden verloren gegangen. Wir versuchen diese, in unserem Kampfsportverein weiter am Leben zu erhalten und als Charaktereigenschaften zu integrieren.

"Bushi" heißt auch "Samurai". Es ist ein unausgesprochener und ungeschriebener Kodex.
ein Gesetz also, das im Herzen eines jeden Samurais geschrieben stehen sollte. Bushido bedeutet, das eigene Leben dem Wohl seines Herrn, einer Idee, zu weihen.

Loyalität ist die hervorstechendste und erstrebenswerteste Eigenschaft, die sich bis zum eigenen Tod erstreckt, denn sie setzt vom Beginn an die Bereitschaft voraus, für die Sache zu stehen.

"Die schönste unter allen Blüten ist die Kirsche. Der edelste unter den Menschen ist der Samurai."

Seit im 12. Jahrhundert als die Samurai die tragende Macht in Japan wurden, entsprach dieser Spruch dem Symbol des Samuraigeistes. Die Kirschblüte ist nicht nur eine Symbolisation Japans, sondern sie ist das Ebenbild der Samurai und findet sich in unserem Logo wieder.

Die Prinzipien

In einem neuzeitlichen Versuch, das Bushido in seiner ungeheuren Vielfalt zu einem verständlichen System zusammenzufügen, gipfelt der Bushido-Kodex in fünf Hauptforderungen, in denen mehrere Moralbegriffe enthalten sind.

1. Treue (Chugi)
Treue gegenüber dem Herrscher und Liebe zur Heimat
Achtung vor den Eltern und Brüdern -Fleiß
2. Höflichkeit (Reigi)
Ehrerbietung und Liebe
Bescheidenheit und korrekte Etikette
3. Mannhaftigkeit
Tapferkeit - Härte und Kaltblütigkeit
Geduld und Ausdauer - Schlagfertigkeit
4. Wahrheitsliebe (Makoto)
Offenheit und Aufrichtigkeit
Ehrgefühl und Gerechtigkeit.
5. Einfachheit
Einfachheit und Reinheit

Bedeutung für den Budosport und für das Ju-Jutsu

Ju-Jutsu (Jiu Jitsu) wurde von den Samurai als waffenlose Selbstverteidigung erlernt, um auch ohne Schwert wehrhaft zu sein. Der Ehrenkodex prägte das Jiu Jitsu hierdurch entscheidend mit.
Doch was geschah mit Jiu Jitsu in der westlichen Welt. Dort sah und trainierte man bis heute meist nur die Technik. Die Geisteshaltung, die Seele des Bushido, wird vernachlässigt.
Der Begriff „Do„ wird auch heute noch in den meisten Varianten des Budo gebraucht, doch in Wirklichkeit ist man weit von jenem Weg entfernt, den die traditionellen Kampfkünste lehrten. Die modernen Kampfkünste, auch das Ju-Jutsu in Deutschland, sind heute vielmehr in Gefahr, jeden erzieherischen Wert und geistigen Inhalt zu verlieren. In der heutigen Kampfkunstszene fehlt es an der rechten Gesinnung und oft genug ist eine solche abschreckend genug, um all jene, die auf der Suche nach Geist und Sinn sind, von einer näheren Beschäftigung abzuhalten.
Betrachtet man Kickboxen, eine Primitivform des Karate, so geht es nur noch um ein Draufschlagen und ein Dominieren über einen Gegner. Doch auch Judo ist teilweise zu einem reinen Wettkampfsport verkommen, bei dem es nur noch auf die Technik ankommt, wie man am schnellsten gewinnt.
Auch Ju-Jutsu steht in der Gefahr nur den Aspekt der effektiven reinen Selbstverteidigung zu sehen und die Grundsätze des Bushido zu vergessen. Der Bushido ist aber ein wichtiger Bestandteil des Ju-Jutsu. Wird er nicht beachtet, wird der Schüler auch nicht die ethischen Normen erlernen und verstehen, um richtig mit einer Kampfkunst umzugehen. Dies kann zu Übermut und Arroganz führen, wo Bescheidenheit gefragt ist, zu übertriebener Härte, wo Menschlichkeit gefragt wird, zu Angst, wo Mut benötigt wird.
Bushido und Ju-Jutsu sind Geist und Körper, das eine kann ohne das andere nicht richtig leben und sich entfalten.

Bedeutung für die Gemeinschaft der Danträger

Der Gemeinschaft der Danträger ist die Aufgabe übertragen im Sinne des Bushido zu handeln und die Schüler zu trainieren. Dieses Handeln ist nicht nur Form, sondern eine Verpflichtung, es vorzuleben und umzusetzen. Jeder Danträger und Trainer wird hiermit in die Pflicht genommen, nicht nur seinen Schülern Techniken zu vermitteln, sondern auch die Werte des Bushido zu lehren. Doch das beginnt bei ihm selbst. Der Trainer kann dies nur glaubhaft vermitteln, wenn er selbst versucht danach zu leben und zu handeln. Ansonsten wird er unglaubwürdig und der Bushido wird zur Farce.
Ein wichtiger Punkt des Bushido ist Loyalität und Treue. Dies bedeutet, dass innerhalb der Gemeinschaft der Danträger und Trainer Toleranz, Vertrauen und Ehrlichkeit herrschen sollte.
Es bedeutet nicht, dass man kritiklos sein soll. Dies wäre eine andere Form von Illoyalität. Sondern es geht darum, dass man sich gegenseitig berät, unterstützt und sich auf dem rechten Pfad hält.
Dies sind Ideale, die einem den Weg weisen. Nur mit ihnen kann man selbst wachsen und innere Zufriedenheit und letztlich Perfektion erreichen.

Bushido für mich

Wir sind Trainer und Schüler zugleich. Man steht in einem ständigen Prozess des Lehrens und Lernens. Als Trainer und Schüler benötigt man eine Richtschnur, insbesondere dann, wenn man nicht ständig im Kontakt mit dem eigenen Trainer steht. Bushido, der alte japanische Ehrenkodex der Samurai, der die elementaren geistigen Grundwerte für die Ausübung einer Kampfkunst enthält, ist eine solche Richtschnur. An ihm kann man sich orientieren und sein eigenes Training danach richten. Bushido ist ein Vorbild, ein Ideal und gleichzeitig eine Verpflichtung. Oft unbewusst aber auch bewusst findet ein Abgleich statt, ob das, was man gerade macht auch im Einklang mit dem Bushido ist. Oft bemerkt man an sich selbst die vielen kleinen Unzulänglichkeiten im Alltag. Der Ehrenkodex bietet durch seine Werte immer die Möglichkeit sich selbst an die Nase zu packen, sich seiner Unzulänglichkeiten bewusst zu werden, um dann entsprechend gegenzusteuern.
Der Bushido stellt damit auch das Bindeglied zu der Gemeinschaft der Danträger und dem Budo allgemein dar. Denn er ist der Weg und das Ziel zugleich, das alle verfolgen bzw. verfolgen sollten. Es schafft dadurch eine innere Bindung, die einen ständig motiviert, sich für die Gemeinschaft zu engagieren und auch in ihrem Sinne zu handeln.
Durch Bushido werde ich aufgerufen, die eigenen inneren Unebenheiten mit derselben Kraft zu begegnen, wie es im körperlichen Training erlernt wird, äußere Schwierigkeiten zu überwinden.

Die 4 Säulen des Ju-Jutsu sind Judo (Würfe), Aikido (Hebel), Karate (Schläge und Tritte) und Kobudo (Waffen). Der Name setzt sich aus den Begriffen „JU“, das so viel wie nachgeben oder ausweichen bedeutet, und „JUTSU“, das mit Technik oder Kunstgriff zu übersetzen ist, zusammen. Durch die Vereinigung der traditionellen Kampfkünste (perfekte Bewegungsabläufe nach den Grundprinzipien) und der realen Selbstverteidigung (schnellstmögliche und ökonomische Abwehr von Angriffen aller Art) werden Reaktionsvermögen, Beweglichkeit, Kraft, Ausdauer, Konzentration, Selbstbewusstsein und Intuition geschult. „Aus der Praxis für die Praxis“ bedeutet: Ju-Jutsu ist immer in Bewegung passt sich den neuen Anforderung und integriert neue Verteidigungsformen.